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| Das Besondere Objekt |
Sommersemester 2009 Wein oder Essig? Die Rolle der Mikroben Rahel Hirsch und die Durchlässigkeit des Darms Varianten der Natur - wie sich Besonderheiten des knöchernen Schädels auf das Gesicht auswirken
Wintersemester 2008/2009 Kindlein hüpf – Soziale Pädiatrie in der Weimarer Republik Vom Harndrang zum Herzrasen – Eugen Rehfisch und seine Beiträge zur funktionellen Diagnostik Eine Gesichtsmaske und ihre Geschichte(n)
Sommersemester 2008 Zur Entwicklung der Neurochirurgie an der traditionsreichen alten Charité Die Tradition der Naturheilverfahren an der Berliner Charité - Ein Schnitt im Gesicht: Es blutet heftig und heilt doch gut
Wintersemester 2007/2008 Kranksein Das Erlebnis Krankheit Der vergötterte Arzt. Die Votivfiguren des tangzeitlichen Klinikers, Ethikers und Autors Sun Simiao
Sommersemester 2007 Schmerz lass nach? Führung durch die Ausstellung SCHMERZ PAIN Elektrische Impulse mit lebensrettender Wirkung - Die Entwicklung der Herzschrittmachertherapie Sonnenbrand in Forschung und Alltag - Ein Gerät zur Messung der minimalen erythemwirksamen Dosis
Wintersemester 2006/2007 Noch ein G-Punkt? Freud, Fließ und die Frauen(heil)kunde
Sommersemester 2006
Hans Virchow und die Frauen in der Anatomie
Wintersemester 2005/2006 Trichinellas Wanderwege. Entdeckungsgeschichte eines Parasiten auf Objektträgern Kleiner Stich - große Wirkung. Zur Geschichte der Injektionsspritze
Sommersemester 2005
Du Bois-Reymond & Halske: Der Multiplikator zwischen Wissenschaft und Handwerksdesign
Die Bedeutung des Berliner Hofapotheken-Reglements von 1763 für die Charité
Wintersemester 2004/2005 "Bürgerinitiative für Rudolf Virchow! - oder: Ein parlamentarisches Duell"
Sommersemester 2004 "Der Kopf auf der Fahndungsliste"
Wintersemester 2003/2004 7000 Zähne und noch mehr... Schöner Kopf?
Sommersemester 2003 Ein Gastgeschenk aus Japan. Ein Handschuh demonstriert
Wintersemester 2002/2003 Ein Menschenschädel erhellt Krankheit in Wachs
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Eine öffentliche Vortragsreihe im Berliner
Medizinhistorischen Museum der Charité Seit dem Wintersemester 2002/2003 finden
in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums in loser
Folge Abendvorträge statt, die immer nur ein medizin(histor)isches Sachzeugnis
aus den Sammlungen der Charité in den Mittelpunkt stellen. Die
Vortragenden schließen die Funktion jenes "Besonderen Objektes"
auf, erläutern den Einsatzbereich und lassen den Gegenstand seine
ganz eigene, überaus spannende Geschichte erzählen. Welche
Wirkungen und Anregungen sind von diesem Sachzeugen ausgegangen, hat
es Entwicklungen in der Medizin beeinflusst? Nach dem Vortrag wird der Gegenstand für vier Wochen in einer eigenen Vitrine im Museum ausgestellt. Eine kleinere Anzahl von Abbildungen und ein kurzer Text geben dem Museumsbesucher immer auch einen Hinweis auf den Standort des "Stücks" in der zugehörigen Sammlung der Charité. Jenseits der Veranstaltungsreihe "Das besondere Objekt" empfehlen wir Ihnen die Vorträge des "Medizinhistorischen Nachmittags" des Instituts für Geschichte der Medizin (in der Ziegelstraße 5-9, dienstags 17.00 ct Uhr). Die Vortragenden und ihre Themen werden gesondert u.a. auf der Homepage des Instituts bekannt gegeben.
AktuellDie beiden Vortragsreihen "Das Besondere Objekt" im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité und der "Medizinhistorische Nachmittag" im Institut für Geschichte der Medizin der Charité, Campus Mitte finden im Wintersemester 2010/2011 und Sommersemester 2011 nicht statt. Sie werden aber ab Wintersemester 2011/12 fortgesetzt.
Rückschau
Wein oder Essig? Die Rolle der Mikroben Lange Zeit gingen die Menschen davon aus, dass niedere Tiere und Mikroorganismen durch Urzeugung entstehen. Eine geheimnisvolle Kraft, die Lebenskraft vis vitalis, oder ein Zusammentreffen "bestimmter Umstände" wirken auf die anorganische Materie ein und es entstehen Lebewesen. ![]() Fleischbrühe ist ein ideales Nährmedium für Bakterien. Schon vor Pasteur war bekannt, dass sich in durch Hitze sterilisierter Fleischbrühe in einem verschlossenen Gefäß keine Lebensformen entwickeln können. Dennoch behaupteten die Anhänger der vis vitalis Theorie, dass die Hitze die "Lebenskraft" in der von der Kammer eingeschlossenen Luft zerstört hätte. Pasteur ersann ein Experiment, bei dem die normale, nicht erwärmte Luft Zutritt zur Fleischbrühe bekam. Er kochte und sterilisierte sie und setzte sie dann der gewöhnlichen Atmosphäre aus. Der Lufteintritt geschah jedoch durch einen langen, engen, s-förmigen Flaschenhals, der außen angebracht war. Obgleich nun unerwärmte Luft freien Zutritt zur Flasche hatte, setzten sich Staubteilchen am Boden des Flaschenhalses ab und gelangten nicht in die Flasche. Unter solchen Bedingungen entwickeln sich in der Fleischbrühe keine Organismen. Wird der Flaschenhals jedoch entfernt, setzt kurze Zeit später die Verunreinigung ein. Es waren also die aus u. a. schwebenden Mikroorganismen bestehenden Staubteilchen und nicht die vis vitalis, die das Nährmedium verunreinigten. Nur wenn sie in die Fleischbrühe gelangen konnten, wuchsen sie und vermehrten sich. Text: Wolfgang Presber
Rahel Hirsch und die Durchlässigkeit des Darms
Varianten der Natur - wie
sich Besonderheiten des knöchernen Schädels auf das Gesicht auswirken
Kindlein hüpf – Soziale Pädiatrie in der Weimarer Republik
Vom Harndrang zum Herzrasen –
Eugen Rehfisch (1862-1937) und seine Beiträge zur funktionellen Diagnostik ![]() Großes Elektromagnet-Saitengalvanometer Eugen Rehfisch (1862-1937) ist deutschlandweit einer der ersten Ärzte, der die Elektrokardiografie klinisch erprobt. Mit den Ergebnissen versucht er,
EKG-Labor der II. Medizinischen Klinik der Charité, 1910, Erst mit der Fertigstellung der II. Medizinischen Klinik der Charité 1910 und der Inbetriebnahme eines separaten EKG-Labors besteht auch an der Charité die Möglichkeit, das neue Verfahren umfassend klinisch zu nutzen. Text: Roland Helms ![]() Fadenhalter für das Große Saitengalvanometer um 1910, Johannes-Müller-Institut, Centrum für Physiologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin. Der Fadenhalter sorgt für die Fixierung eines dünnen Platinfadens im Saitengalvanometer.
Eine Gesichtsmaske und ihre Geschichte(n)
Zur Entwicklung der Neurochirurgie an der traditionsreichen alten Charité
Die Tradition der Naturheilverfahren an der Berliner Charité -
Ein Schnitt im Gesicht: Es blutet heftig und heilt doch gut. Friedrich Schlemm
(1795-1859) und sein Promotionspräparat
Dem Leben auf der Spur. Führung durch die neue Dauerausstellung des Berliner Medizinhistorischen
Museums der Charité
Kranksein. Das Erlebnis Krankheit (Aussagen in Poesie und Prosa)
Der vergötterte Arzt. Die Votivfiguren des tangzeitlichen Klinikers, Ethikers und
Autors Sun Simiao (581-682?)
Schmerz lass nach? Führung durch die
Ausstellung SCHMERZ PAIN
Elektrische Impulse mit lebensrettender
Wirkung - Die Entwicklung der Herzschrittmachertherapie
Sonnenbrand in Forschung und Alltag -
Ein Gerät zur Messung der minimalen erythemwirksamen Dosis
Zerbrechlich, gefährlich und doch hilfreich.
Eine Röntgenröhre aus den Anfängen der zahnärztlichen Strahlendiagnostik
Ein spätkaiserzeitlicher Schädel
aus Magdeburg
Noch ein G-Punkt? Freud, Fließ und
die Frauen(heil)kunde Eine der wichtigsten Stützen Sigmund Freuds in den ersten Jahren der Entwicklung der Psychoanalyse war wahrscheinlich der Berliner Arzt für Nasen- und Halsleiden Wilhelm Fließ, der von einigen Freudbiographen als "Geburtshelfer der Psychoanalyse" bezeichnet wird. Beide trafen sich in regelmäßigen Abständen und tauschten sich in einem teilweise erhaltenen Briefwechsel über Persönliches, aber vor allen Dingen auch über ihre wissenschaftlichen Projekte und Ideen, aus. ![]() Wilhelm Fließ lernte Freud 1887 während einer längeren Fortbildungsreise durch Europa, die ihn auch nach Wien führte, kennen. Was folgte war einer der wichtigsten Abschnitte in der Entwicklung der Psychoanalyse, der in die Literatur unter dem Namen "Fließ-Periode" eingegangen ist und die Jahre 1887 bis 1902 umfasst. Nachdem Wilhelm Fließ seine beiden wissenschaftlichen Hauptideen, nämlich die Periodizitätslehre und die Arbeiten zur nasalen Reflexneurose, in den gemeinsamen Jahren entwickelt und publiziert hatte und auch Freud wesentliche Gedanken seines psychoanalytischen Lehrgebäudes veröffentlicht hatte, kam es Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen den beiden zum nicht mehr ausgleichbaren Dissens: Sie differierten zunehmend in einem fundamentalen Punkt: Freud meinte, dass die Neurosenentwicklung psychische Ursachen habe, während Fließ "als Chirurg" an eine physikalische Basis glaubte. Beide postulierten eine "Verschiebung" von Erkrankungen oder auch sexueller Abartigkeit, aber bei Fließ war es keine Konfliktverdrängung im psychoanalytischen Sinne Freuds, sondern eine Konfliktverschiebung im anatomischen Sinne, nämlich z. B. vom Genitale zur Nase. Die Verbindung von Nase und Genitale beschäftigte Ende des 19. Jahrhunderts auch andere Ärzte. Fließ baute diese Idee aus und vermutete, dass Nasenerkrankungen und -störungen Ursache einer Dysmenorrhoe, anderer abdominaler Schmerzen oder von Sexualstörungen sind. Fließ lokaliserte diese "Genital-Stellen" in den beiden unteren Nasenmuscheln und an beiden Seiten der Nasenscheidewand, den sog. Tubercula septi. Einer seiner Berliner "Schüler" war der erste gynäkologische Chefarzt des Rudolf-Virchow-Krankenhauses, Alfred Koblanck, Autor des Buches "Nasogenitale Reflexneurosen und Frauenkrankheiten". Bei ihm findet sich eine Beschreibung der Nasentherapie: "Eine dünne geriffelte Sonde wird so mit Watte umwickelt, dass ein kleiner schmaler Pinsel geformt wird. Nach Befeuchten mit 20%iger Kokainlösung wird der Pinsel leicht auf die im Nasenspiegel gut sichtbar gemachte Schwellung aufgedrückt ... Es wird nun eine Doppelpunkturnadel in die Schwellung eingestochen und unter der Schleimhaut eine kleine Strecke fortgeführt. Dann wird der konstante Strom allmählich bis zu 6 bis 8, höchstens, 10 mA ein und nach etwa 5 bis 10 Minuten ... wieder allmählich ausgeschaltet". Text: Matthias David
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