Dem Leben auf der Spur

Die Dauerausstellung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité
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Auf einer Ausstellungsfläche von 800 qm bieten wir unseren Besuchern einen ‚Gang unter die Haut und wieder zurück ins Leben'. Entlang der Pfade der naturwissenschaftlich gegründeten Medizin betreten die Besucher spezifische Räume, die die westlich-abendländisch geprägte Medizin in den vergangenen drei Jahrhunderten hervorgebracht hat:

Das Einrichten der Vitrine
Anatomisches Theater, Seziersaal des Pathologen, Labor, Klinik und Untersuchungszimmer. Der Blick folgt dem Bemühen der Schulmedizin, sich ein Bild vom Inneren des menschlichen Körpers - gesund wie krank - zu machen und diesen in seinem Funktionieren zu verstehen, diagnostisch zu verzeichnen und für die Entwicklung therapeutischer Handlungsstrategien zu analysieren. Jede Schauetage führt in einen Schwerpunktraum, zum einen in die Virchowsche Präparatesammlung, zum anderen in einen historischen Krankensaal mit 10 ‚Fällen' aus drei Jahrhunderten, von der "schwierigen Geburt" 1726 bis zum Sepsis-Patienten auf der Intensivstation 2006 - ein Versuch, mit den Mitteln des Museums Patientengeschichte sichtbar werden zu lassen. Zehn individuelle historische Krankengeschichten aus drei Jahrhunderten stehen für einen Blick auf die Medizin, den die medizinische Forschung erst in jüngerer Zeit für sich entdeckt hat: die Sicht des Patienten. Was denkt, fühlt und erlebt der Patient in seiner Leidenszeit? Was hält ihn neben der Medizin am Leben?

Charité-Modell

Auch ein dunkles Kapitel - die "Medizin im Nationalsozialismus" - wird erstmals außerhalb von Gedenkstätten in einer deutschen Dauerausstellung umfassend behandelt.

Durch ein großes, über die gesamte Länge der Schauräume gezogenes Text-Bildband mit zahlreichen Informationen aus der Geschichte der Charité erhalten beide Dauerausstellungsebenen ihre zentrale thematische Klammer.

Augenmoulage

Wichtiger Bestandteil der Ausstellung ist die berühmte, von Rudolf Virchow begründete Präparatesammlung. "Ich bin mir bewusst, dass einige Besucher des Museums diesen Teil der Ausstellung als schwierig empfinden" räumt Professor Thomas Schnalke, Direktor des Museums, ein. "Es ist aber wichtig zu verstehen, dass diese Exponate nicht aus Sensationsgier gesammelt wurden. Es bestand ein handfester wissenschaftlicher Hintergrund. Sie waren Bestandteil einer Lehrsammlung, anhand derer Medizinstudenten und interessierten Laien anschaulich Krankheitsverläufe aufgezeigt werden konnten." In der neuen Ausstellung wurde die Präparatesammlung bewusst in einen Rundgang durch 300 Jahre Medizin- und Forschungsgeschichte eingegliedert. "Damit werden wir unserem Anspruch gerecht, nicht mehr nur Pathologie-relevante Inhalte zu veranschaulichen. Wir haben damit einen konsequenten Schritt von Virchows Pathologischem hin zum heutigen Medizinhistorischen Museum gemacht" erklärt Thomas Schnalke.


Nach Vereinbarung bieten wir verschiedene Führungen gegen Aufpreis an.
Die Teilnehmer sollten das 16. Lebensjahr erreicht haben; Schulklassen können ab Klassenstufe 10 angemeldet werden.
Wir bitten, Gruppen möglichst vorher anzumelden.
Kontakt: museums-fuehrungen@charite.de
Tel.: 030 - 450-536122

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© 2007  | Impressum | Letztes Update: 24.5.2010