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Rudolf Virchow (1821 - 1902) |
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Geschichte des Berliner |
![]() Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen. So konnte Rudolf Virchow 1839 auch nur mit einem Stipendium der Berliner Militärärztlichen Akademie Medizin studieren. Virchow promovierte am 21. Oktober 1843. Im darauffolgenden Jahr wurde er Assistent von Robert Froriep - Prosektor an der Berliner Charité und später dessen Nachfolger. 1846 legte Virchow sein Staatsexamen ab, 1847 habilitierte er sich. Im selben Jahr begründete er gemeinsam mit Benno Reinhardt das "Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und für klinische Medizin", das unter dem Kurztitel "Virchows Archiv" als zentrale Zeitschrift im Fach Pathologie bis heute erscheint. 1848 geriet Virchow erstmals in politische Schwierigkeiten. Im Auftrag der preußischen Regierung untersuchte er eine Fleckfieber-Epidemie in Oberschlesien. In seinem abschließenden Bericht wies er dem Staat und auch der Kirche zumindest eine Mitschuld an der Epidemie zu. Ohne "volle und uneingeschränkte Demokratie", so Virchow, könne es keinen Wohlstand und keine Gesundheit geben. Während der Märzrevolution 1848 kämpfte Rudolf Virchow auf Seiten der Demokraten. 1848 gründete er gemeinsam mit Rudolf Leubuscher die sozialpolitische Wochenschrift "Die medicinische Reform". In dieser Zeitschrift, die bereits nach einem Jahr eingestellt werden musste, forderte Virchow erneut eine "öffentliche Gesundheitspflege". Aufgrund seines radikaldemokratischen Engagements wurde seine Stellung an der "Königlichen Charité" unhaltbar. 1849 folgte Virchow einem Ruf nach Würzburg, wo er - gegen das Versprechen, sich nicht mehr politisch zu betätigen, den ersten Lehrstuhl für Pathologische Anatomie in Deutschland übernahm. 1850 heiratete er Rose Mayer, die Tochter des Begründers der modernen Gynäkologie Carl Mayer. Das Paar hatte sechs Kinder. 1852 ging Virchow erneut mit politischen Forderungen an die Öffentlichkeit: Nach einer im Auftrag der Württembergischen Regierung durchgeführten Untersuchung der Bevölkerung in den Elendsquartieren, propagierte er, dass Bildung, Wohlstand und Freiheit Voraussetzung für die Gesundheit der Bevölkerung sind.
In Würzburg zu Berühmtheit gelangt, holte Berlin Virchow 1856 schließlich
auf einen eigens für ihn an der Berliner Universität geschaffenen Lehrstuhl
für Pathologische Anatomie zurück. Auf dem Charitégelände wurde ein
Institutsneubau errichtet - das erste Berliner Pathologische Institut.1858 erschien sein zentrales Werk "Die Cellularpathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre". Bereits drei Jahre zuvor hatte Virchow in einem ersten Aufsatz mit dem Titel "Cellular - Pathologie" eine Überlegung skizziert, nach der die Zellen die kleinsten lebendigen Einheiten im menschlichen Körper bilden. Nach Virchow stammt jede Zelle aus einer Zelle und Zellverbände sind Zusammenschlüsse von "gleichberechtigten, aber unterschiedlich begabten Individuen". Alle Krankheiten können auf Veränderungen von Körperzellen zurückgeführt werden. Rudolf Virchows Zellularpathologie war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Heilkunde zu einer naturwissenschaftlich untermauerten modernen Medizin. Von 1859 bis zu seinem Tod war Virchow Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. In diesem Gremium setzte er sich für wichtige kommunalpolitische Projekte, wie zum Beispiel den Bau von Krankenhäusern, Markthallen oder einem hygienischen Schlachthof ein. Das wahrscheinlich wichtigste Projekt war die Planung einer modernen Kanalisation für die Stadt Berlin. 1861 gehörte Virchow zu den Mitbegründern der Deutschen Fortschrittspartei, ![]() Rudolf Virchow war an der Gründung mehrerer Berliner Museen beteiligt, so unter anderem des Ethnologischen Museums, des Märkischen Provinzialmuseums und des Völkerkundemuseums. Durch seine Vermittlung überließ Heinrich Schliemann seine trojanische Sammlung der Stadt Berlin. Rudolf Ludwig Karl Virchow verstarb am 5. September 1902 in Berlin. |
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