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Geschichte des Berliner Medizinhistorischen Museums |
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Geschichte des Berliner |
![]() Virchows Gesuch, für seine Sammlung ein eigenes Museum errichtet zu bekommen, griff das Ministerium 1893 auf und beschloss darüber hinaus den kompletten Neubau des Pathologischen Instituts in drei einzelnen Gebäudetrakten. Der erste Baukörper - das Museum - wurde 1899 fertiggestellt und eingeweiht. Zwei Jahre später konnte Virchow im Hörsaal des Museums seinen 80. Geburtstag feiern. Auf 5 Etagen befanden sich zu diesem Zeitpunkt 20.833 Präparate dicht gedrängt in große helle Vitrinen eingestellt. Die gesamte Ausstellungsfläche
Rudolf Virchow gilt heute als eine der zentralen Gestalten in der Konzeption und Umsetzung der modernen naturwissenschaftlich orientierten Medizin. An seinem Institut arbeiteten, lehrten und lernten zahlreiche Persönlichkeiten, die im 20. Jahrhundert großen Einfluss auf die Entwicklung der Medizin nahmen. Seine Sammlung von pathologisch-anatomischen Feucht- und Trockenpräparaten stand in ihrer Gesamtheit innerhalb der Medizin für alle offen. Nach außen, für seine öffentliche Schausammlung, hatte Virchow eine spezielle Auswahl getroffen. Die Nachfolger Virchows pflegten den großen Sammlungsbestand weiter, der kurz vor dem 2. Weltkrieg auf eine Höchstzahl von rund 26.000 Präparaten anwuchs. Durch die Bombenschäden in den Jahren 1944/45 musste die Sammlung empfindliche Verluste hinnehmen. Eine Schätzung nach dem Krieg ergab, dass ![]() Der Wunsch, diese Sammlung auch der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen, nahm Ende der 1970er Jahre konkretere Formen an. Die ersten Schauvitrinen standen auf den Fluren des Instituts für Pathologie, im Verbindungsgang zwischen Pathologie und Museumsgebäude sowie in einigen kleineren speziell rekonstruierten Zimmern des Museumstraktes. Eine entscheidende Aufweitung erfuhr der Museumsgedanke nach der Wende in den frühen 1990er Jahren. Zusammen mit den Vertretern der Berliner Institute für Geschichte der Medizin (HU und FU) wurde die Idee entwickelt, das komplette Museumshaus in seine ursprüngliche Gestalt zurück zu bauen, um es künftig als ein Berliner Medizinhistorisches Museum nutzen zu können. Damit verband und verbindet sich der Anspruch, die Entwicklung der Medizin in den letzten vier Jahrhunderten im Allgemeinen am besonderen Beispiel Berlins sinn- und augenfällig zu machen. Als Schaufenster der Charité soll das Museum darüber hinaus in seinen Dauer- und Wechselausstellungen immer wieder Synthesen zwischen den historischen Wurzeln und der aktuellen medizinischen Forschung, Lehre und Krankenversorgung präsentieren. Auf diesem Weg wurden bereits einige wichtige Weichen gestellt: Im Jahre 1994 präsentierten Christo und Jeanne-Claude der Öffentlichkeit in der Ruine des
ehemaligen Virchow-Hörsaals im Museum ihr Projekt der Reichstagsverhüllung.
Seither wird der bewusst als Ruine konservierte Raum in vielfältiger Weise
für Kunst- und Abendveranstaltungen, aber auch für mehrtägige Seminare und
Produktpräsentationen genutzt. Mit Sponsorengeldern, vor allem aber mit Hilfe
von Zuwendungen aus der Lotto-Stiftung konnte 1997 eine erste Rückbauphase
angeschoben werden. Am 25. März 1998 eröffnete das Museum die erste
Dauerausstellungsebene. Zu sehen sind dort insbesondere - geordnet nach den
großen Körperregionen und Organen - knapp 1.000 Feucht- und Trockenpräparate
aus den Beständen der inzwischen wieder auf knapp 10.000 Objekte
angewachsenen Virchow-Sammlung. Das hundertjährige Bestehen des Museums
konnte am 27. Juni 1999 nun schon im eigenen Haus mit zahlreichen Gästen
feierlich begangen werden.Augenblicklich werden die Weichen für die Zukunft des Museums gestellt. In einer zweiten Ausbauphase erhielt das Museum im Jahr 2002 eine weitere Ausstellungsebene, welche vorrangig für Sonderausstellungen genutzt werden
Zeitgleich mit der Eröffnung von ‚Virchows Zellen' wurde der erste Abschnitt
der Dauerausstellung, die Präsentation der Virchow-Sammlung pathologischer
Präparate, in kompletter Überarbeitung der Öffentlichkeit wieder zugänglich
gemacht. Systematisch gruppiert und didaktisch aufgeschlossen ‚sprechen' die
ausgestellten Präparate im Sinne eines dreidimensionalen Lehrbuchs von
Krankheiten, welche der Mensch im Laufe seines Lebens erleiden kann. Gerade
Schüler höherer Jahrgangsstufen sowie Auszubildende und Studierende in
medizinischen Berufen, aber auch sehr viele an medizinischen Fragen
interessierte Laien nutzen die neu gestaltete Ausstellung, um sich über
medizinische Zusammenhänge zu informieren.Das Berliner Medizinhistorische Museum ist inzwischen zu einer weltweit nachgefragten Einrichtung seiner Art geworden. Zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland besuchen das Museum. In seiner Einzigartigkeit stellt es eine besondere Attraktion der Berliner Museumslandschaft dar. Prof. Dr. med. Thomas Schnalke, Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums |
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