Das Müller Prinzip. Zur naturwissenschaftlichen Erforschung des Lebens





Johannes Müller, Lithografie,
nach 1830, Universitätsbibliothek
der Humboldt-Universität zu Berlin,
Porträtsammlung
10. Oktober - 16. November 2008
im Lichthof des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin

Eine Ausstellung des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin, des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité, des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und der Bundeszentrale für politische Bildung.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie mit freundlicher Unterstützung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Johannes Müller: Notizbuch, um 1847
Aufzeichnungen zu Unterkiefer und
Wirbeln eines fossilen Wals
Universitätsarchiv der Humboldt-Universität
zu Berlin

Johannes Müller (1801-1858) zählt zu den bedeutendsten Gelehrtenpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Seine Forschungen zeichnen sich durch einen ungeheuren Umfang, eine akribische Detailgenauigkeit und eine bis dahin ungekannte methodische Vielfalt aus. Müller beschäftigte sich mit so verschiedenen Disziplinen wie experimenteller Sinnesphysiologie, als deren Mitbegründer er gilt, Entwicklungsphysiologie und Histologie, Anatomie und Morphologie insbesondere der Tiere, Paläontologie und Planktonkunde. Zudem gilt Müller, der mehrere Forschungsreisen ans Mittelmeer unternahm, als einer der Pioniere der Meeresbiologie.

Während viele seiner Schüler, zu denen unter anderem Hermann von Helmholtz, Emil du Bois-Reymond, Ernst Haeckel und Rudolf Virchow zählen, als herausragende Wissenschaftler bekannt wurden, fand Müllers enorme Bedeutung für die Wissenschaft noch keine angemessene öffentliche Würdigung. Dass sich die Berliner Universität ab den 1830er Jahren zum Zentrum der medizinischen Forschung in Europa entwickeln konnte, ist zum großem Teil ihm zu verdanken. Insofern ist es ein besonderes Glück, dass das Archiv der Humboldt-Universität vor kurzem wertvolle Dokumente aus Müllers privatem Nachlass, darunter ein Schriftwechsel mit Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt sowie sein Orden "Pour le Mérite", erwerben konnte.

Lanzettfischchen, Feuchtpräparate,
1842 von Johannes Müller
im Golf von Neapel gesammelt,
Museum für Naturkunde der
Humboldt-Universität zu Berlin

Diese Neuerwerbung und der 150. Todestag des Universalgelehrten bieten einen willkommenen Anlass, mit einer Ausstellung auf den in der Öffentlichkeit wenig bekannten Wissenschaftler hinzuweisen. Präsentationsort ist der neu eröffnete Lichthof im Hauptgebäude der Humboldt-Universität in unmittelbarer Anbindung an Müllers Wirkungsstätte, an der er 25 Jahre lehrte und forschte.



Weitere Informationen zur Ausstellung:
Anita.Hermannstaedter@hu-berlin.de und unter www.humboldt-forum.de

Parallel zur Ausstellung und in inhaltlicher Anbindung findet eine wissenschaftliche Konferenz statt, die sich Johannes Müller aus Sicht seiner Schüler widmet.

Weitere Informationen hierzu und Anmeldung zur Tagung:
Philipp von Hilgers: p.v.hilgers@hu-berlin.de


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© 2008  | Impressum | Letztes Update: 30.9.2008